Sollte eine Sprechstelle von mehreren Teilnehmern gleichzeitig angesprochen werden, besteht die Möglichkeit, mit AT zu allen sprechenden Teilnehmern gleichzeitig zurückzusprechen, um sie z.B. zur Sprechdisziplin aufzurufen. AT muß jedoch während des Sprechens der anderen Teilnehmer gedrückt werden, um eine Summierung zu erreichen. Wird AT zeitlich nach dem Sprechen der anderen Teilnehmer gedrückt, bleibt immer der letzte Teilnehmer gespeichert, der den vorletzten Teilnehmer überschreibt. Die grüne Signalisation der AT erlischt unabhängig davon nach 3 Minuten und direkt bei jeder Betätigung der AT. Außerdem kann man AT mit einer Fußtaste über Buchse C im Anschlußfeld aktivieren,um freihändig jedem Teilnehmer antworten zu können (Buchse C, Pin 1+11 mit Fußtaste kurzschließen).
Bei gedrückter GW-Taste und den Zieltasten können einzelne oder mehrere Teilnehmer vorprogrammiert werden.
Mit der GR-Taste werden die mit GW vorprogrammierten Teilnehmer angesprochen. Programmieren die angesprochenen Teilnehmer ihre Sprechstellen in gleicher Weise, und drücken ihre GR-Taste beim Sprechen, entsteht eine N-1 Konferenz. Außerdem kann GR mit einer Fußtaste über Buchse C im Anschlußfeld aktiviert werden, um freihändig sprechen zu können (Buchse C, Pin 1+10 mit Fußtaste kurzschließen).
Mit FS werden die mit GW vorprogrammierten Teilnehmer freihändig angesprochen. Hierzu drückt man FS, welche grün aufleuchtet, dann GW. FS wechselt von grün nach rot und die mit GW vorprogrammierten Teilnehmer leuchten ebenfalls rot auf. Nun kann zu allen Teilnehmern freihändig gesprochen werden. Der eigene Lautsprecher wird dabei nicht gedämpft, um zurücksprechende Teilnehmer empfangen zu können. Die zurücksprechenden Teilnehmer sollten, bevor sie ihre Sprechtaste drücken, vorbereitend FS drücken.FS leuchtet dann in allen Sprechstellen der zurücksprechenden Teilnehmer grün. Dadurch wird erreicht, daß der Lautsprecher bei Sprechtastenaktivierung voll gedämpft wird, um eine Rückkopplung sicher zu verhindern. Alle FS-Modi, grün oder rot, können durch nochmaliges Drücken auf FS abgeschaltet werden. Neben der Konferenzmöglichkeit mit GW und GR, die an allen konferenzbeteiligten Sprechstellen programmiert werden muß, ist eine Konferenz mit FS, wie zuvor beschrieben, sehr viel schneller aufgebaut, da nur an einer Sprechstelle die Konferenz programmiert werden muß. Außerdem hat man an dieser Sprechstelle den Vorteil des freihändigen Sprechens.
Wird KG in die vordere 5-polige XLR-Buchse gesteckt, wird der eingebaute Lautsprecher und das Schwanenhalsmikrofon abgeschaltet. Die normalerweise vorhandene Lautsprecherdämpfung bei Tastenaktivierung wird ebenfalls aufgehoben, da eine Rückkopplung vom Kopfhörer auf das Mikrofon nicht möglich ist. (XLR, Pin 1 heiß + Pin 2 Schirm für Mikro, Pin 3 heiß + Pin 4 Schirm für Hörer, Pin 4+5 für Schaltbrücke).
Soll ein KH in die vordere 5-polige XLR-Buchse gesteckt werden, ist es sinnvoll nur den Lautsprecher aber nicht das Schwanenhalsmikrofon abzuschalten. Dazu wird der Kopfhörer auf einen 5-poligen XLR-Stecker gelötet (Pin 3 heiß + Pin4 Schirm). Die Schaltbrücke zwischen Pin 4 und 5 entfällt. Um den Lautsprecher abzuschalten muß auf Buchse C im Anschlußfeld eine Brücke hergestellt werden (Buchse C, Brücke Pin 1+8).
Bei Rotlicht sollte bei einer Studiosprechstelle der eingebaute Lautsprecher immer abgeschaltet werden. Um den Lautsprecher abzuschalten, muß das Rotlicht im Anschlußfeld auf Buchse C zwischen Pin 1+8 einen potentialfreien Kontakt herstellen. Bei Rotlicht ist ein Betrieb mit Kopfsprechgarnitur oder Kopfhörer immer noch möglich.
Der d-Kontakt auf Buchse B, Pin 8+9 ist potentialfrei und kann max. 140mA mit max. 200V schalten. Er schaltet immer durch, wenn eine Sprechtaste an der Sprechstelle betätigt wird. Mit dem d-Kontakt können vorhandene Abhöranlagen gedämpft werden, damit das über die Sprechstelle übertragene Kommando in allen Situationen verständlich bleibt.
Der n-Kontakt auf Buchse B, Pin 6+7 ist potentialfrei und kann max. 140mA mit max. 200V schalten. Er wird seltener gebraucht als der d-Kontakt und schaltet immer durch, wenn die Sprechstelle angesprochen wird. Bei Betrieb mit abgesetzter Kopfsprechgarnitur ist es z.B. möglich, eine zusätzliche Ampel-Lampe über den n-Kontakt zum Aufleuchten zu bringen, um einen Anruf zu signalisieren (Theaterbetrieb).
Der Regisseur wird im Fernsehbereich gern von der Kamera-Kontrolle, MAZ und Lichtregie mitgehört. Dazu wird die Buchse B, Pin 2+3+1 der Sprechstelle des Regisseurs mit den Sprechstellen der mithörenden Teilnehmer auf Buchse B, Pin 4+5+1 verbunden (Modkabel, a+b+Schirm). Die mithörenden Teilnehmer können dann auf der Frontplatte mit dem Regler AUX die Lautstärke einstellen.
Externe Quellen +6dBu, wie CD-Spieler oder Programmton werden einfach auf Buchse B, Pin 4+5+1 gelegt (Trafo-Eingang, a+b+Schirm). Die abhörenden Teilnehmer können dann auf der Frontplatte mit dem Regler AUX die Lautstärke einstellen.
Da auf der Buchse B, Pin 2+3+1 (Trafo-Ausgang, a+b+Schirm) das Mikrofonsignal mit +6dBu ungeschaltet vorliegt, kann mit einer externen 2-polig schaltenden Taste das Signal auf einen Studiolautsprecher gebracht werden.
Wenn Sprechstellen über das Klinkenfeld auf das Extern-Interface KE geroutet werden, ist es möglich, daß mehrere Sprechstellen auf einen Studiolautsprecher sprechen können. Dazu wird im Extern-Interface KE auf Buchse B der +6dBu-Ausgang, Pin 2+3+1 (Trafo-Ausgang, a+b+schirm) auf den Studiolautsprecher geschaltet. Außerdem ist es möglich, auf dem Stecker D, Pin 7+3+1 (Trafo-Eingang, a+b+schirm) einen Programmton mit +6dBu einzuspeisen, der im Studiolautsprecher ständig zu hören ist und der durch das Kdo der Sprechstellen um 20 dB gedämpft wird (IFB).
Damit mehrere Sprechstellen mit einem Duplex-Funkgerät Verbindung haben, muß der Eingang auf Buchse B, Pin 4+5+1 (Trafo-Eingang, a+b+Schirm) und der Ausgang auf Buchse B, Pin 2+3+1 (Trafo-Ausgang, a+b+schirm) mit der Basis-Station des Funkgerätes verbunden werden. Der eingebaute Schwellwertschalter im KE sorgt dafür , daß bei einem ankommenden Funkanruf bei allen über das Klinkenfeld zugeordneten Sprechstellen eine Tastensignalisation erfolgt. Außerdem ist es möglich, auf dem Stecker D, Pin 7+3+1 (Trafo-Eingang, a+b+Schirm) einen Programmton mit +6dBu einzuspeisen,der im Funkgerät ständig zu hören ist und der durch das Kdo der Sprechstellen um 20 dB gedämpft wird (IFB).
Die Anschaltung erfolgt wie in Pos. 14 beschrieben. Bei einer Simplex-Funkanbindung muß aber der Sender der Basis-Station vom Extern-Interface KE über den potentialfreien Kontakt auf Buchse B, Pin 6+7 aktiviert werden. (max. 140mA, 200V)
Extern-Interface KE kann auch für Vierdrahtmeldeleitungspegel geliefert werden. Die Anschaltung erfolgt wie in Pos. 14 beschrieben. Der Eingangspegel beträgt dann, wie von der Post vorgeschrieben, -17dBm an 600 Ohm, der Ausgangspegel +9dBm an 600 Ohm.
Das Extern-Interface KE kann auch an handelsüblichen ISDN-Telefonanlagen über ein Türfreisprech-Interface angeschlossen werden. Mehrere über das Klinkenfeld geroutete Sprechstellen-Teilnehmer können mit der Sprechtaste eine an der ISDN-Telefonanlage vorprogrammierte Telefonnummer wählen. Bei Verbindung kann mit der gleichen Sprechtaste dem Telefonteilnehmer geantwortet werden. Umgekehrt kann ein externer Telefonteilnehmer alle angeschlossenen Sprechstellen anrufen, direkt ansprechen und hören. Der Telefonteilnehmer beendet immer die Verbindung.
Die Kamera-Sprechstelle KC hat max. 6 rastende Tasten, um mit max. 6 Kameras duplexmäßig verbunden zu sein. Die Tasten schalten gleichzeitig den Sprech- und den Hörweg zu den Kameras durch, da die Kameraleute wegen ihrer Kopfsprechgarnitur keine Sprechtaste benutzen. Werden die Kameratasten gedrückt, wechselt die Beleuchtung der Tasten von rot nach grün. Die CCUs werden 4-Draht-mäßig am Stecker F im Anschlußfeld der KC angeschlossen. Die Buchse G erlaubt es, noch weitere Kamera-Sprechstellen KC an die CCUs anzuschließen. Mit dem Regler AUX kann an der Kamera-Sprechstelle KC die Lautstärke eingestellt werden. Die MIC OFF Taste (rastend) erlaubt es, das Mikrofon zu den Kameraleuten abzuschalten. Die Hörfunktion bleibt dabei an der Kamera-Sprechstelle KC erhalten.
Alle Sprechstellen sollten mit dem Studio, in dem sie stehen, abgeschaltet werden (230V~). Wird eine Sprechstelle in einem abgeschalteten Studio mit einer Zieltaste angesprochen, zeigt diese Zieltaste keine Signalisation an. Das bedeutet, abgeschaltete Studios sind sofort erkennbar.
Der AUX-Regler ist standardmäßig über Jumper auf den AUX-Eingang der Sprechstelle geschaltet. (siehe auch Pos.10) Soll das Extern-Interface KE als Zieltaste an der Sprechstelle K mit dem AUX-Regler geregelt werden können, müssen in der Sprechstelle K mindestens 2 Jumper umgesteckt werden. Danach ist an der Sprechstelle K eine individuelle Pegelregelung möglich. Das ergibt dann einen Sinn, wenn z.B. eine im Pegel wechselnde Fremdleitung an das Extern-Interface KE angeschlossen ist.
Beispiel: Ist das Extern-Interface KE über das Klinkenfeld auf die vierte Taste einer Sprechstelle K geschaltet, muß K aufgeschraubt werden und auf der Basiskarte KF18 der Jumper T4 umgesteckt werden. (siehe Plan KF18). Außerdem muß der auf der KF18 steckende Mikrofon-Lautsprecher-Verstärker KM9-B herausgezogen werden um den Jumper J2 umstecken zu können. (siehe Plan KM9-B)
Mit der Verwendung eines Sub-D-Adapters Buchse-Buchse können 2 gleichgroße Sprechstellen durch ein 1:1-Kabel über den Stecker A miteinander verbunden werden. Damit ist es möglich alle Funktionen der Sprechstellen gegeneinander zu prüfen. Wird eine Zieltaste gedrückt, leuchtet an der anderen Sprechstelle die Zieltaste an der gleichen Position grün auf. Auch die Antworttaste leuchtet an der angesprochenen Sprechstelle grün auf und erlischt nach 3 Minuten. Alle restlichen Zieltasten leuchten in beiden Sprechstellen wegen der beidseitigen Besetzsignalisation rot auf. Abweichungen davon sind Fehler.
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